Meditation

Die zwei Richtungen in der Meditation

“Selbsterkenntnis kommt nicht, solange die Meditation von einem äußeren Thema abhängt, sondern erst, wenn Fühlen und Denken ganz nach innen gerichtet sind.”

(Erläuterung von R. Sriram zum Yoga Sutra von Patanjali 3.35)

 

Es gibt zwei Richtungen in der Meditation, nach außen und nach innen:

 

Die Aufmerksamkeit ist auf die Verbesserung des Lebens gerichtet und darauf, besser in der Welt zurecht zu kommen.

Wenn die Aufmerksamkeit beispielsweise während der Meditation auf den Atem gerichtet ist, wird sich das auf das Leben auswirken. Man lernt den Atem in verschiedenen Situationen zu steuern. Wenn man z. B. einschlafen will, kann man die Atmung beruhigen und dadurch besser entspannen. Oder man wird durch die bessere Einatmung wacher und konzentrierter.

Oder die Aufmerksamkeit ist während der Meditation auf Gefühle gerichtet wie Liebe, Mitgefühl, Freude, Verständnis. Dann erlangt man die Fähigkeiten diese Gefühle zu empfinden.

Durch solche Meditationsthemen kommt man immer besser in der Welt zurecht. Es gibt unendlich viele Themen. Durch unsere Einzigartigkeit hat jeder seine individuelle Meditation.

 

Selbsterkenntnis entsteht, wenn die Aufmerksamkeit nach innen gerichtet ist und wir ganz ruhig sind. Dann ist die Wahrnehmung von unserem Selbst unverfälscht.

Das Selbst wird in den Yogaschriften als das wahrnehmende Prinzip in uns beschrieben, das alles erlebt und völlig unabhängig von unserer Psyche (Link zu Wikipedia) ist.

In der Psyche assoziieren wir und erleben einen ständigen Wechsel der Gedanken und Gefühle. Das Selbst ist unveränderlich, still, strahlt Licht aus und macht alles erkennbar.

In den Schriften wird die Psyche als der “Blinde” beschrieben, der den “Lahmen”, das Selbst, auf seinem Rücken trägt, um ihm die Welt zu präsentieren. Damit wir klar erkennen können, muss die Psyche ruhig sein, sie darf nicht wirr umherspringen. Ist die Psyche in dem Moment ruhig, in dem wir nach innen schauen, erkennen wir uns plötzlich selbst. Jeder kennt solche Momente der Erleuchtung, wenn alles im Jetzt an seinem Platz ist.

 

Verwendete Sutras aus den Yogasutra von Patanjali:

3.35, 2.52, 1.33, 1.2, 1.3, 1.4,

 

Photo by dorota dylka / Unsplash

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